Am Ende von Klasse 9 oder 10 stehen in fast allen Ländern Abschlussprüfungen an. Geprüft werden schriftlich fast überall Deutsch, Mathe und die erste Fremdsprache, meist Englisch. Hier steht, wie die Prüfung aufgebaut ist, wie man ab Januar plant und wo es Übungen für jedes Fach gibt.
Schriftlich: in fast allen Ländern Deutsch, Mathe und die erste Fremdsprache, mit Aufgaben vom Land.
Dazu je nach Land: eine Präsentation, eine mündliche Prüfung oder ein weiteres Fach.
Rechtzeitig anfangen: Wer im Januar plant, hat bis zur Prüfung im Frühjahr genug Zeit für alle Fächer.
Was geprüft wird
Grundlage sind die gemeinsamen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für den Mittleren Schulabschluss. Es gibt sie für Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache. Deshalb ähneln sich die Prüfungen in den Ländern, auch wenn Namen, Termine und Zusatzteile verschieden sind.
Zentral gestellt: Alle Schülerinnen und Schüler eines Landes schreiben am selben Tag dieselben Aufgaben.
Vornote und Prüfungsnote: Die Noten aus dem Unterricht zählen mit. Wie stark, regelt jedes Land.
Ausnahmen: Rheinland-Pfalz hat keine zentrale Abschlussprüfung. In Berlin gibt es am Gymnasium seit 2023/24 keine Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss mehr.
Januar: Termine eintragen und den Prüfungsplaner erstellen. Alte Prüfungen und Musteraufgaben des eigenen Landes besorgen. Eine Prüfung pro Fach zur Probe schreiben und Lücken notieren.
Februar und März: drei bis vier kurze Lerneinheiten pro Woche, die Fächer im Wechsel. Lücken mit den Themenseiten schließen, Formeln und Vokabeln als Karteikarten wiederholen.
April: Generalprobe mit einer alten Prüfung unter echten Bedingungen, also mit Zeit und nur den erlaubten Hilfsmitteln. Danach gezielt nachlernen.
Letzte Woche: nur noch wiederholen, nichts Neues anfangen. Ausreichend schlafen und Material am Abend vorher packen.
Mündlich und Präsentation
Viele Länder prüfen zusätzlich mündlich oder mit einer Präsentation, zum Beispiel eine Kommunikationsprüfung in Englisch in Baden-Württemberg oder die Präsentation auf Grundlage eines Portfolios in Hessen. Zum Üben eignet sich Erklär es mir: Ab Klasse 9 läuft es wie ein Prüfungsgespräch.
Nach der Prüfung
Wer eine Ausbildung oder ein Praktikum sucht, kann mit Bewerbung üben das Vorstellungsgespräch proben und einen Lebenslauf erstellen. Für Mathe im Alltag, wie er in vielen Prüfungen vorkommt, gibt es Mathe im Alltag.
Typische Fehler bei der Vorbereitung
Zu spät anfangen: Drei Fächer in den letzten zwei Wochen schafft kaum jemand entspannt.
Nur lesen: Zusammenfassungen durchlesen fühlt sich gut an, bringt aber weniger als Aufgaben selbst zu lösen.
Ohne Uhr üben: Wer alte Prüfungen nie in der echten Zeit schreibt, wird in der Prüfung oft nicht fertig.
Hilfsmittel nicht kennen: Ob Taschenrechner, Formelsammlung oder Wörterbuch erlaubt sind, regelt das Land. Das vorher klären.
Für Eltern
So begleiten Sie Ihr Kind durch die Prüfungszeit
Beim Planen helfen, nicht beim Lernen übernehmen: Gemeinsam die Termine eintragen und den Plan an den Kühlschrank hängen.
Abfragen anbieten: Karteikarten, Vokabeln oder ein Prüfungsgespräch üben – das geht auch ohne Fachwissen.
Für Ruhe sorgen: Feste Lernzeiten, Pausen und genug Schlaf sind in den Wochen vor der Prüfung wichtiger als Extra-Stunden.
Bei großer Aufregung: Sprechen Sie mit der Klassenleitung oder der Beratungslehrkraft. Viele Schulen bieten Hilfe an.