Auf Packungen und im Netz wird viel versprochen. Manche Aussagen sind streng geregelt, andere sagen wenig. Hier lernst du, Werbung und Trends mit kühlem Kopf zu prüfen.
Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Daniel Ott · So entstehen diese Seiten
Nährwert-Angaben wie „zuckerarm“ oder „fettarm“ haben feste Grenzwerte.
Gesundheits-Angaben wie „gut für das Immunsystem“ sind nur erlaubt, wenn die EU sie geprüft und zugelassen hat.
Influencer müssen bezahlte Werbung als Werbung kennzeichnen.
Die Vorderseite soll dich zum Kaufen bringen. Die Rückseite muss die Fakten nennen. Vergleiche immer beides.
Für Angaben über Nährstoffe gibt es in der EU feste Regeln.
| Angabe | Bedingung |
|---|---|
| zuckerarm | höchstens 5 g Zucker je 100 g, bei Getränken höchstens 2,5 g je 100 ml |
| zuckerfrei | höchstens 0,5 g Zucker je 100 g oder 100 ml |
| ohne Zuckerzusatz | Es wurde kein Zucker und nichts Süßendes zugesetzt. Zucker kann aber von Natur aus enthalten sein, zum Beispiel im Saft. |
| fettarm | weniger als 3 g Fett je 100 g, bei Getränken weniger als 1,5 g je 100 ml |
| reduziert oder leicht | mindestens 30 Prozent weniger als ein vergleichbares Produkt. Auf der Packung muss stehen, wovon weniger drin ist. |
| hoher Ballaststoffgehalt | mindestens 6 g Ballaststoffe je 100 g |
„Light“ heißt also nicht „gesund“ oder „kalorienarm“. Es heißt nur: weniger als beim Vergleichsprodukt.
Eine gesundheitsbezogene Angabe beschreibt, was ein Stoff im Körper bewirkt. Ein Beispiel ist „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“. Solche Sätze dürfen nur auf die Packung, wenn die EU sie geprüft und zugelassen hat.
Aber Vorsicht: Der Satz sagt nur etwas über das Vitamin. Er sagt nichts darüber, ob das ganze Produkt gesund ist. Ein Getränk mit viel Zucker kann trotzdem mit Vitamin C werben.
| Trend | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Superfood | Kein geschützter Begriff. Gemeint sind Lebensmittel mit vielen Nährstoffen, oft teuer und weit gereist. Heimische Alternativen sind zum Beispiel Leinsamen statt Chiasamen oder Heidelbeeren statt Goji-Beeren. |
| Detox | Werbewort für „Entgiften“. Leber und Nieren entgiften den Körper selbst. Säfte oder Tees braucht es dafür nicht. |
| Clean Eating | Möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel essen. Die Grundidee passt zu den Empfehlungen, strenge Verbote sind aber nicht nötig. |
| Proteinprodukte | Wer abwechslungsreich isst, bekommt in der Regel genug Eiweiß. Riegel und Pulver sind oft teurer als Quark, Milch oder Hülsenfrüchte. |
Diese Prüffragen helfen bei jedem Trend:
Bekommt eine Influencerin Geld oder Produkte für einen Beitrag, muss sie ihn als Werbung kennzeichnen, zum Beispiel mit „Werbung“ oder „Anzeige“. Rabattcodes sind ein Hinweis, dass jemand am Verkauf mitverdient.
Consumer Citizenship bedeutet: Du bist nicht nur Kundin oder Kunde, sondern auch Bürgerin oder Bürger. Mit deinen Käufen und deiner Stimme gestaltest du mit, zum Beispiel wenn du irreführende Werbung meldest, dich bei der Verbraucherzentrale beschwerst oder bewusst Produkte mit fairen Siegeln wählst.
Quellen: Verbraucherzentrale: Werbung mit Nährwertangaben · EU-Verordnung 1924/2006
Antwort eintippen oder antippen, dann „Prüfen“. Erst ein Hinweis, die Lösung erst nach einem eigenen Versuch. Zahlen ohne Einheit, Dezimalzahlen mit Komma.