Für Eltern · Ratgeber

Prüfungsangst und Aufregung

Ein bisschen Aufregung vor einer Klassenarbeit ist normal und macht sogar wach. Schwierig wird es, wenn die Angst das Denken blockiert, den Schlaf raubt oder das Kind schon Tage vorher belastet. Hier steht, was Sie tun können und wann Hilfe von außen sinnvoll ist.

Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Daniel Ott · So entstehen diese Seiten

Auf einen Blick

Normal: Herzklopfen, Bauchkribbeln, ein unruhiger Abend vorher.

Hilfreich: früh und in kleinen Portionen üben, sich selbst abfragen, eine Probearbeit unter echten Bedingungen.

Hilfe holen: wenn die Angst über Wochen anhält, das Kind körperlich leidet oder die Schule meidet.

Woran Sie Prüfungsangst erkennen

Wichtig: Eine schlechte Note hat unterschiedliche mögliche Ursachen, zum Beispiel Verständnislücken, ungeeignete Lernstrategien, Belastungen oder Prüfungsangst. Ein Hinweis auf Prüfungsangst kann sein, dass das Kind den Stoff ohne Prüfungsdruck gut beherrscht, in der Arbeit aber deutlich schlechter abschneidet. Sprechen Sie wertfrei mit Ihrem Kind über mögliche Gründe.

Die Tage vorher: Sicherheit durch Üben

  1. Früh anfangen, klein portionieren. Eine kurze, zum Alter und zur Belastung passende Lernzeit mit Pausen ist oft hilfreicher als ein langer Abend vor der Arbeit. Der Lernplan verteilt den Stoff auf die Tage.
  2. Abfragen statt nur Lesen. Wer sich selbst prüft, merkt früh, was sitzt – das beruhigt mehr als zehnmal Durchlesen. Die Themenseiten prüfen Antworten sofort.
  3. Prüfungsformate kennenlernen. Eine Probearbeit kann Sicherheit geben. Zeitdruck nur behutsam einsetzen und mit dem Kind besprechen, ob die Übung hilft oder zusätzlichen Stress verursacht.
  4. Am Abend vorher nichts Neues mehr. Kurz das Wichtigste anschauen, Tasche packen, früh ins Bett.

Aus der Forschung: Schülerinnen und Schüler, die kurz vor einer Prüfung zehn Minuten ihre Sorgen aufschrieben, schnitten in Studien besser ab als ohne diese Übung (Ramirez und Beilock, 2011). Für manche Kinder kann es hilfreich sein, vorab Sorgen aufzuschreiben. Diese einzelne Studie ist kein Beleg, dass die Methode bei allen Kindern wirkt.

Der Morgen und die Arbeit selbst

Was Eltern sagen – und was besser nicht

Hilft eherSetzt eher unter Druck
„Du hast geübt. Zeig einfach, was du kannst.“„Diesmal muss es aber eine Zwei werden.“
„Egal, wie es läuft – wir schauen es uns danach gemeinsam an.“„Wenn das wieder schiefgeht, …“
„Was hat dir beim letzten Mal geholfen?“„Deine Schwester hatte das nie.“
„Aufgeregt sein ist normal. Mir geht es vor wichtigen Terminen auch so.“„Stell dich nicht so an.“

Wann Sie Hilfe holen sollten

Erste Ansprechpartner sind die Klassenlehrkraft, die Beratungslehrkraft und die schulpsychologische Beratung Ihres Landes; sie ist kostenlos. Auch die Kinder- und Jugendarztpraxis ist ein guter Weg. Anonym und kostenlos beraten die Nummer gegen Kummer: Elterntelefon 0800 111 0 550 (Mo–Fr 9–17 Uhr, Di und Do bis 19 Uhr) und das Kinder- und Jugendtelefon 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr).

Quellen

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