Deutsch · Klasse 7 bis 9

Gedichte und Balladen untersuchen

Wer ein Gedicht untersucht, schaut genau hin: Wie ist es aufgebaut, welche Bilder und Klänge nutzt es, und was will es ausdrücken? Balladen sind Gedichte, die eine spannende Geschichte erzählen. Hier gibt es die wichtigsten Fachbegriffe, ein Übungsgedicht, eine Strophe aus Goethes „Erlkönig“ und einen Musteraufbau für die Analyse.

Stand: Oktober 2026 · Verantwortlich: Daniel Ott · So entstehen diese Seiten

Zu den Aufgaben
Auf einen Blick

Form: Strophe, Vers, Reimschema, Metrum.

Sprache: Vergleich, Metapher, Personifikation, Alliteration, Wiederholung.

Analyse: Einleitung, Inhalt, Form und Sprache mit Versangaben, Deutung.

Die Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Stropheein Abschnitt des Gedichts
Verseine Zeile des Gedichts
Paarreimaabb: zwei Verse hintereinander reimen sich
Kreuzreimabab: jeder zweite Vers reimt sich
umarmender Reimabba: ein Reimpaar umschließt ein anderes
Jambusunbetont – betont: Gedicht, der Wind
Trochäusbetont – unbetont: Sonne, Blätter
lyrisches Ichdie Stimme, die im Gedicht spricht – nicht unbedingt der Dichter

Sprachliche Mittel

MittelErklärungBeispiel
VergleichVerbindung mit „wie“ oder „als ob“wie Funken
Metapherein Bild ohne „wie“der Sommer ist nur noch ein Traum
PersonifikationDinge handeln wie Menschendie Blätter tanzen
Alliterationgleiche AnfangslauteWiese, Weg
WiederholungWörter oder Satzteile kommen mehrmals vorrot und gelb und braun

Das Übungsgedicht

Übungsgedicht: Herbstwind
  1. Der Wind fegt heulend durch die Gassen,
  2. er reißt das Laub vom alten Baum,
  3. die Straßen liegen leer, verlassen,
  4. der Sommer ist nur noch ein Traum.
  5. Die Blätter tanzen wild im Kreise,
  6. wie Funken, rot und gelb und braun,
  7. dann sinken sie ganz still und leise
  8. herab auf Wiese, Weg und Zaun.

Übungsgedicht der Lernzettel-Werkstatt. Die Zahlen sind die Versnummern.

Balladen

Eine Ballade erzählt in Versen eine spannende Geschichte, oft mit wörtlicher Rede. Sie verbindet die drei Gattungen: Sie hat Verse und Reime wie ein Gedicht, eine Handlung wie eine Erzählung und Dialoge wie ein Theaterstück.

Johann Wolfgang von Goethe: Erlkönig (1782), erste Strophe
  1. Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
  2. Es ist der Vater mit seinem Kind;
  3. Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
  4. Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

So baust du die Analyse auf

  1. Einleitung: Titel, Autor, Erscheinungsjahr, Textsorte, Thema und eine Deutungshypothese: Was will das Gedicht sagen?
  2. Inhalt: kurz, Strophe für Strophe.
  3. Form: Strophen, Verse, Reimschema, Metrum – und was das bewirkt.
  4. Sprache: sprachliche Mittel mit Versangabe und ihrer Wirkung.
  5. Schluss: Deutungshypothese überprüfen, eigene Meinung begründen.
Musterabsatz zu „Herbstwind“

HauptteilIn der zweiten Strophe wird der Herbst als lebendiges Treiben dargestellt. Die Personifikation „Die Blätter tanzen wild im Kreise“ (V. 5) lässt die Blätter wie ausgelassene Menschen erscheinen. Der Vergleich „wie Funken“ (V. 6) unterstreicht ihre leuchtenden Farben.

Im Gegensatz dazu stehen die Verse 7 und 8: Die Blätter sinken „still und leise“ (V. 7) zu Boden. So zeigt das Gedicht den Herbst zugleich als stürmische Zeit und als ruhigen Abschied vom Sommer.

Formulierungshilfen

WofürSätze
EinleitungDas Gedicht „…“ von … aus dem Jahr … handelt von …
BelegenDas zeigt sich in Vers 3: „…“ (V. 3).
WirkungDadurch wirkt … · Das unterstreicht … · So entsteht der Eindruck, dass …
DeutungDas Gedicht drückt aus, dass … · Man kann das so verstehen, dass …

Checkliste

Zum Abhaken beim Überarbeiten:

Typische Fehler

Jetzt üben: 20 Aufgaben mit Sofort-Kontrolle

Antwort eintippen oder antippen, dann „Prüfen“. Erst ein Hinweis, die Lösung erst nach einem eigenen Versuch. Bei den Schreibaufgaben am Ende vergleichst du deinen Text selbst mit der Musterlösung.

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